Montag, 17 November 2025 13:51

Neuer Plan für die Friedrichstraße vorgestellt

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Neugestaltung soll der Friedrichstraße neues Leben geben. Neugestaltung soll der Friedrichstraße neues Leben geben. Foto: Pixabay/Pixabay-Lizenz

Die Berliner Friedrichstraße steht seit Jahren unter Druck. Leere Geschäfte, kurze Mietzyklen und geringe Kundschaft zeigen deutliche strukturelle Probleme. Nun liegt ein neuer Ansatz vor, der die Lage zwischen Unter den Linden und Checkpoint Charlie nachhaltig verändern soll. Erste Rückmeldungen aus Verwaltung und Fachkreisen fallen positiv aus. Einige Entwicklungen lassen sich mit anderen Verkehrsprojekten in der Hauptstadt vergleichen, über die bereits berichtet wurde, etwa über den Berliner Verkehr im Umbruch.

Inhaltsverzeichnis:

Kai Wegner präsentiert Konzept

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner stellt einen neuen Entwurf vor, der Gehwege verbreitert und mehr Aufenthaltsqualität schafft, ohne den Autoverkehr auszuschließen. Der Abschnitt bleibt für Kraftfahrzeuge und Fahrräder zugänglich. Bäume, Außengastronomie und entsiegelte Flächen sollen das Straßenbild neu strukturieren. Die Bordsteine werden versetzt, sodass eine rund 7,50 Meter breite Fahrbahn bestehen bleibt. Im Gespräch sind Tempolimits von 20 oder 30 Kilometern pro Stunde.

Geplante Anpassungen

  • Breitere Gehwege auf beiden Straßenseiten
  • Reduzierung der Parkplätze
  • Nutzung vorhandener Parkhäuser in Seitenstraßen
  • Neue Grünflächen und Regenwasserversickerung
  • Außensitzbereiche für Gastronomie

Tobias Nöfer und die Rolle der Fachverbände

Der Architekt Tobias Nöfer befasst sich seit Jahren mit Verkehrs- und Stadträumen. Seine Impulse aus der Ausstellung „immer modern! Berlin und seine Straßen (2024)“ fanden Gehör. Der Vorschlag, die Friedrichstraße durch einfache Umbaumaßnahmen zu beleben, traf im Senat auf Zustimmung. Bei einem Termin am 17. November waren Verkehrssenatorin Ute Bonde und weitere Vertreter anwesend, die den Ansatz mit Blick auf den laufenden Masterplan Mitte einordneten.

Eine Online-Beteiligung brachte 544 Rückmeldungen. 90 Personen plädierten erneut für einen reinen Fußgängerbereich. Die aktuellen Pläne setzen jedoch bewusst auf eine multifunktionale Lösung. Der Status-quo-Bericht des Beratungsunternehmens Buro Happold nennt täglich zwischen 5001 und 10.000 Fahrzeuge auf dem betroffenen Abschnitt. Gleichzeitig stuft der Bericht die Straße als bedeutende Nord-Süd-Fußgängerachse ein.

Reaktionen aus dem Bezirk Mitte

Aus dem Bezirksamt Mitte kommen unterstützende Stimmen. Christopher Schriner bewertet den Entwurf als „tatsächlich gut“. Ephraim Gothe betont, dass eine Verbreiterung der Gehwege um jeweils 2,50 Meter neue Nutzungen ermögliche. Mit geringem Aufwand soll ein deutlicher Effekt für Handel und Straßenbild entstehen. Selbst Vertreter der Initiative Changing Cities begrüßen den Ansatz. Stefan Lehmkühler spricht von einem ersten Schritt „in die richtige Richtung“.

Mehrere Faktoren hatten die Straße zuletzt geschwächt. Die Sperrung zwischen Französischer und Leipziger Straße von 2020 bis 2022, die Corona-Pandemie und Schwierigkeiten des stationären Handels verstärkten die Krise. Der Rückzug der Galeries Lafayette im mittleren Abschnitt war ein weiterer Einschnitt. Umso wichtiger erscheinen Maßnahmen, die sowohl Besucher als auch Gewerbetreibende ansprechen, ähnlich wie bei anderen Veränderungen im Berliner Stadtbild, darunter die Parkraumbewirtschaftung in Berlin.

Veränderungen und Perspektiven für die Einkaufsstraße

Der neue Plan soll kurzfristig umsetzbar sein. Die Kombination aus nutzbaren Gehwegen, grünen Elementen und durchlässigem Verkehr gilt als pragmatischer Ansatz. In den Seitenbereichen entstehen Zonen zum Flanieren. Tische und Stühle der Gastronomie bringen zusätzliche Belebung. Die Straße kann weiterhin von Autos befahren werden. Damit wird eine ideologische Blockade aufgelöst, die seit 2016 anhielt und mehrere Versuche scheitern ließ.

BereichMaßnahmeWirkung
Gehwege Verbreiterung um 2,50 m Mehr Aufenthaltsfläche
Fahrbahn Breite ca. 7,50 m Weiterhin Gegenverkehr
Parken Reduzierung Entlastung der Straßenzüge
Grünflächen Bäume und Versickerungsbereiche Verbesserung des Mikroklimas

Weitere Debatten werden folgen, besonders im Kontext der Berliner Verkehrsstrategie und der Diskussion um Stellflächen für neue Mobilitätsformen wie E-Scooter. Passend dazu lohnt ein Blick auf die Analyse zu den Abstellflächen für E-Scooter in Berlin.

Das neue Konzept markiert einen konkreten Schritt zur Stabilisierung der Friedrichstraße und setzt auf eine Umgestaltung, die ohne weitreichende Sperrungen auskommt.

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Quelle: Berliner Zeitung, SN2WORLD