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Herrmannplatz als Brennpunkt der Rattenplage
Die neue Allgemeinverfügung sieht Geldbußen von bis zu 25.000 Euro vor. Der Grund: Die Nagetiere übertragen über 100 Krankheiten und stellen laut Gesundheitsamt ein ernstes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar.
Bereits seit Monaten wächst die Rattenpopulation rund um den Hermannplatz deutlich. Das Gesundheitsamt bestätigt zahlreiche Sichtungen und Beschwerden. Insbesondere Wanderratten bevölkern den Platz in großer Zahl. In der Nähe befinden sich Lebensmittelstände, Müllcontainer und Sitzgelegenheiten – ideale Bedingungen für die Tiere.
Der Wochenmarkt auf der Mittelinsel gilt als Hauptursache. Dort angebotene Produkte wie Fleisch, Fisch, Obst und Gebäck ziehen die Tiere an. Übrig gebliebene Reste landen häufig ungeschützt auf dem Boden. Giftköder zeigen keine Wirkung, da die Ratten genügend Futter finden.
Maßnahmen ab Juli 2025
Das Bezirksamt erlässt ab dem 1. Juli klare Vorgaben. Ziel ist es, den Nagern die Lebensgrundlage zu entziehen. Die wichtigsten Regeln im Überblick:
- Verbot jeglicher Fütterung, die Ratten anlocken könnte.
- Vögel und Haustiere dürfen nur gefüttert werden, wenn Ratten keinen Zugang haben – etwa in geschlossenen Futterhäusern oder auf befestigtem Untergrund.
- Abfälle müssen sofort und ausschließlich in verschließbaren Behältern entsorgt werden.
- Lebensmittel sind so zu lagern, dass Ratten sie nicht erreichen können.
Wer gegen diese Vorgaben verstößt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro. Die Regelung gilt zunächst bis zum 31. Dezember 2025.
Weitere Pläne des Bezirksamts
Parallel zur Allgemeinverfügung plant das Bezirksamt bauliche Maßnahmen. Dazu zählt etwa die Beseitigung von Nistplätzen, Bodenritzen und offenen Müllplätzen. Ziel ist es, dauerhafte Rückzugsorte der Tiere zu eliminieren.
Die Situation wird weiterhin eng beobachtet. Das Gesundheitsamt warnt eindringlich vor der Infektionsgefahr. Die Nähe zu Lebensmitteln und Menschen erhöht das Risiko der Krankheitsübertragung deutlich. Ratten gelten als Überträger unter anderem von Hepatitis, Cholera, Salmonellen und Tuberkulose.
Die neue Regelung markiert einen Wendepunkt im Umgang mit dem Problem. Bis Ende 2025 soll sich zeigen, ob die Maßnahmen greifen.
Quelle: Berliner Morgenpost, www.extratimeout.com/de