Inhaltsverzeichnis:
- Mordvorwürfe gegen Johannes M. bei Hausbesuchen in Tempelhof und Kreuzberg
- Festnahme am Flughafen Berlin Brandenburg
- Hinweise auf Tötungsmotive und juristische Forderungen
- Umfangreicher Strafprozess geplant
Mordvorwürfe gegen Johannes M. bei Hausbesuchen in Tempelhof und Kreuzberg
Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft Johannes M. vor, zwischen September 2021 und Juli 2024 insgesamt 15 Patientinnen und Patienten vorsätzlich getötet zu haben. In 14 Fällen sollen die Taten in Wohnungen, in einem Fall in einem Hospiz stattgefunden haben. Alle Opfer befanden sich in palliativer Behandlung. Sie litten an schweren Krankheiten und standen kurz vor dem Lebensende.
Der 40-jährige Mediziner war bei zwei Pflegediensten in Berlin angestellt, die in den Stadtteilen Tempelhof und Kreuzberg tätig waren. Bei mindestens fünf Taten soll er zudem Feuer gelegt haben, um Spuren zu verwischen. Die Brandherde befanden sich häufig in der Nähe von Küchenherden.
Festnahme am Flughafen Berlin Brandenburg
Die Ermittlungen nahmen Fahrt auf, nachdem eine Kollegin den Umgang von Johannes M. mit starken Medikamenten als auffällig empfand. Sie informierte das Berliner Landeskriminalamt, das die Untersuchungen aufnahm.
Am 5. August 2024 wurde M. am Flughafen Berlin Brandenburg festgenommen. Zu diesem Zeitpunkt kehrte er mit seiner Familie aus dem Urlaub zurück. Unmittelbar nach der Festnahme gründeten die Behörden eine Sonderkommission mit dem Namen "Pfanne". Diese Bezeichnung geht auf Brandorte in der Nähe von Herden zurück.
Die Staatsanwaltschaft ließ 15 Leichen exhumieren. In 5 dieser Fälle ist M. derzeit angeklagt. Insgesamt wurden 395 Todesfälle überprüft, in denen der Mediziner als behandelnder Arzt eingetragen war. Die Auswertung dauert an.
Hinweise auf Tötungsmotive und juristische Forderungen
Laut Anklageschrift soll Johannes M. seine eigene Vorstellung vom richtigen Zeitpunkt des Todes durchgesetzt haben. Die Opfer gaben laut Ermittlungen keine Zustimmung zu den verabreichten Maßnahmen. Das jüngste mutmaßliche Opfer war eine 25-jährige krebskranke Frau, das älteste eine 87-jährige Patientin.
Die Anklage geht von einer „besonderen Schwere der Schuld“ aus. Bei einer Verurteilung wäre eine Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Zudem fordert die Staatsanwaltschaft ein lebenslanges Berufsverbot und anschließende Sicherungsverwahrung.
Umfangreicher Strafprozess geplant
Johannes M. schweigt bislang zu allen Vorwürfen. Die Berliner Staatsanwaltschaft führt die Ermittlungen weiter. Derzeit wird geprüft, ob es weitere Opfer gibt.
Für das Verfahren sind 30 Prozesstage bis Januar 2026 angesetzt. Zehn Angehörige der mutmaßlichen Opfer treten als Nebenkläger auf. Die Beweisaufnahme beginnt in den nächsten Wochen.
- 15 Mordanklagen
- 5 Brandstiftungen
- 395 überprüfte Todesfälle
- 15 Exhumierungen
- 1 Festnahme
- 30 Prozesstage angesetzt
Der Fall Johannes M. ist einer der aufsehenerregendsten Prozesse im Bereich der Palliativmedizin in Deutschland. Die Ermittlungen laufen weiter.
Quelle: RBB24, www.globewings.net/de